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Verlegung der Stolpersteine in Idar-Oberstein

 

Oberbürgermeister Zimmer begrüßt die Teilnehmer der Veranstaltung

 

Weitere Informationen dazu:

 

Vier Stolpersteine in Tiefenstein für Familie Spitzer, Tiefensteiner Straße 293

 

Dr. Franz Spitzer, geb 1895 in Idar.

Franz Spitzer stammte aus einer Arztfamilie. Er studierte in Breslau, Freiburg und Berlin Medizin. Er war Kriegsteilnehmer in 1. Weltkrieg.

1926 ließ er sich in der Gemeinde Tiefenstein nieder, auch, weil es dort noch keinen Arzt gab. Zeitzeugen berichten, dass er ein sehr beliebter und anerkannter Arzt war, der sein Fach beherrschte und sich für seine Patienten einsetzte.

Nach der Reichspogromnacht 1938 musste Dr. Spitzer mit seiner Familie auswandern, zunächst nach Frankreich, dann nach Shanghai.

Dr. Spitzer lebte später in der Schweiz, wo er bei dem Sandoz – Konzern als wissenschftlicher Mitarbeiter arbeitete.

Sara Spitzer, Ehefrau des Dr. Franz Spitzer, Jahrgang 1900.

Ihr Lebensweg war an der Seite ihres Ehemannes. Sie ist die Mutter von Judith und Michael Spitzer.

Erhalten ist von ihr ein langer Brief aus Shanghai von 1946 an Freunde in Tiefenstein, in dem sie ihre Fluchtwege und die Situation ihrer Familie beschreibt.

Judith Spitzer, geb. 1925 in Tiefenstein. Tochter der Eheleute Spitzer.

Sie wanderte 1938/ 39 mit den Eltern und dem Bruder Michael nach Frankreich aus, wo sie sich schon früh der Anthroposophie zuwandte und ein solches Institut gründete. Später ging auch sie in die Schweiz und arbeitete dort in einem anthroposophischen Institut.

Michael Spitzer, geb 1931 in Tiefenstein.

Sohn der Eheleute Spitzer. Er erkrankte noch in Tiefenstein an einer Hirnschädigung durch Tuberkulose.

Mit Eltern und Schwester ging er 1938/ 39 nach Frankreich und blieb dort zunächst in der Obhut eines Bruders der Mutter. Später dann lebte er in Brissago in der Schweiz in einem heilpädagogischen, anthroposophischen Zentrum.

 

Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine für Familie Spitzer

 

Drei Stolpersteine in der Unteren Hauptstraße Oberstein für die Familie Ernst, Jenny und Max Salomon

Informationen folgen noch.....

 

 

 

 

 

Drei Stolpersteine für die Familie Isaak Rand, Hauptstr. 380, Oberstein:

Isaak Samuel Rand, geb. 1900 in Frystak Polen.

Sein Vater war schon nach Oberstein ausgewandert und hatte dort ein kleines Kurz- und Weißwarengeschäft gegründet. Die Söhne Isaak und Ruben führten dieses in Oberstein auch wegen seiner großzügigen „Ratenzahlungen“ beliebte Geschäft weiter. Geschäft und Wohnung der Rands wurden in der Pogromnacht vom 9. auf 10. November 1938 zertrümmert. Fenster wurden eingeschlagen, Waren geraubt und auf die Straße geworfen. Die Straße war übersät mit Tisch- und Bettwäsche, mit Porzellan, mit Schuhen...

Isaak Rand flüchtete 1939 mit Ehefrau Chaja Ryfka Rand, geb. 1907 in Polen und der kleinen Tochter Gerda Helga, geb. 1934 in Oberstein nach England.

Der Neubeginn in London fiel den Eltern sehr schwer. Sie lernten nur mit Mühe Englisch . Isaak Rand fand schließlich eine Arbeit als Büroangestellter in Yorck und sah seine Familie nur noch an Wochenenden.

Gerda wurde eine erfolgreiche Schülerin und Studentin , die später in USA

wissenschaftlich arbeitete.

Am Ende ihres Lebens schreibt Chaja Ryfka, genannt Claire, die bewegenden Sätze:“ Ich bin jetzt über 50 Jahre im Lande hier, bin ganz alleine – ihr Mann war 1985 gestorben, ihre Tochter in USA - kann auch nicht mehr fahren zu meinem Bruder in Israel...“

 

 

 

 

Ein Stolperstein für Lili Mina Schneider , Müllersheckstraße 2

Lili Schneider, geb. Srauß wurde 1890 in Frankfurt geboren,. Sie lebte als Jüdin zunächst unbehelligt in einer sog. Mischehe. Ab 1938 wurden die Repressalien auch gegen sie immer stärker. Der Vaterländische Frauenverein schloss sie aus, auch der Zutritt zu einem Luftschutzkeller wurde ihr verwehrt.

Nachdem sie im Februar 1945 eine schriftliche Aufforderung zur Deportation nach Theresienstadt bekommen hatte, wählte sie den Freitod mit Zyankali.

 

 Sonja Gottlieb singt jüdische Lieder zum Gedenken an Lili Schneider.

 

 


 

Am Freitag, dem 21.10.2011 wurden in Idar-Oberstein die ersten Stolpersteine verlegt. Vor ca. 40 anwesenden BürgerInnen nahm Herr Gunter Demnig die Verlegung vor. Herr Oberbürgermeister Bruno Zimmer sprach einleitende Worte, bevor unsere Vorsitzende Jutta Walber die Eröffnungsansprache seitens des Vereines hielt.

Auch Herr Gunter Demnig sagte ein paar eindringliche und einfühlsame Worte von denen besonders die folgenden in Erinnerung bleiben sollten:

"Stolpern mit dem Kopf und dem Herzen!"

Folgende Steine wurden verlegt:

Hauptstraße 176:  Dort wurde ein Stein für Willi Güntzburger verlegt. 

Hauptstraße 148: Ein Stein für Georg Maus wurde verlegt.

Kobachstraße 11: Je einen Stein für Dr. Wilhelm Levy und seine Ehefrau Adele Levy.

Unser Vorstandsmitglied Anne Sinclair leistete diesbezüglich eine intensive Biographiearbeit und gab während der einzelnen Verlegungen genaue Informationen zum Leben und Sterben der ehemaligen Bürger, die nun wieder bei uns sind - jedenfalls in unserer Erinnerung!

 

Hier die Fotos dazu:

 

 

Herr Gunter Demnig bei der Verlegung der Steine für das Ehepaar Levy, Kobachstraße 11.


 

 

Unser Vorstandsmitglied Anne Sinclair erzählt die Geschichte der Familie Levy.


 

 

In der Kobachstraße 11 - vor dem ehemaligen Zuhause der Familie Levy.

Dr. Wilhelm und Adele Levy:
Dr. Wilhelm Levy wurde am 11.4.1894 in Sensweiler als Sohn eines Viehhändlers geboren. Er machte Abitur in Oberstein, studierte Medizin in Bonn und lernte dort seine Frau Adele kennen. Adele Levy, geb. Moses wurde am 12.3.1899 in Bonn geboren und war wie Wilhelm Levy jüdisch.
Dr. Levy eröffnete 1925 eine damals neuzeitliche Praxis in seinem Haus in der Kobachstraße 11. Er war ein sehr kompetenter und beliebter Arzt, bei dem sich auch Parteigenossen mit ihren Familien behandeln ließen.
1938 musste er seine gut gehende Praxi schließen. Das Ehepaar weilte während der Pogromnacht vom 9.auf 10. November 1938 in Bonn, als Praxis und Wohnung völlig zerstört wurden.
Sie kamen zurück und sind offiziell erst 1941 nach Bonn verzogen, wo sie im „Kloster zur ewigen Anbetung“ interniert wurden. 1942 wurden sie nach Theresienstadt deportiert und am 28.10. 1944 nach Auschwitz, wo sie auf dem Bahnsteig getrennt wurden. Ab diesem Zeitpunkt gilt Dr. Levy als „verschollen“.
Frau Levy musste noch in weitere Konzentrations- und Internierungslager, bis sie 1945 nach Idar zurückkehrte. Sie verlor etwa 60 Angehörige und starb am 22.7.1977 in Idar.
 


 

 

Der Stolperstein vor dem Haus von Georg Maus, Hauptstraße 148.

Georg Maus wurde am 5.6.1888 als Pfarrersohn in Bottendorf/Hessen geboren.
Er studierte Theologie, Deutsch und Geschichte , nahm am 1. Weltkrieg teil und unterrichtete dann an verschiedenen Schulen, bis er 1943 an die Staatliche Oberschule Idar- Oberstein versetzt wurde. Eine Religionsstunde, in der der bibeltreue Christ sich klar zu Jesu Gebot der Feindesliebe bekannte, führte zur Verhaftung, zur Inhaftierung in Koblenz und Berlin Moabit, zur Verurteilung vor dem Volksgerichtshof in Berlin: zwei Jahre Haft wegen Wehrkraftzersetzung.
Der geschwächte Georg Maus starb auf dem Transport nach Dachau im Güterwaggon am 14.2.1945.
 


 

 

 

Der Stolperstein für Willi Güntzburger vor dem Haus Hauptstraße 176.

Hans Willi Güntzburger, geboren am 20. November 1882.
Er war Edelsteinhändler mit einem gut gehenden Geschäft in Idar und Niederlassungen in England. Da er in einer „Mischehe“ mit einer Christin lebete und auch die Söhne evangelisch getauft  waren, gehörte er zu den letzten beiden jüdischen Bürgern, die noch am 14. Februar 1945 zum Arbeitseinsatz nach Theresienstadt deportiert wurden. Der gesundheitlich stark angegriffene Willi Güntzburger verstarb dort nach dem Transport am 25.2.1945.
Frau Güntzburger war vorher bis zum Amtsarzt vorgedrungen, um ein Attest über Transport- und Arbeitsunfähigkeit ihres Mannes zu erlangen. Es gelang ihr nicht.
Auch in einem Prozess nach dem Krieg wurde ihr die Aufdeckung der Wahrheit und die Bestrafung des Schuldigen verweigert.
 

 

Alle Infos zum Thema unter www.stolpersteine.com

 


 

Informationen allgemein zum Thema aus der Stadt Trier:

Aus Anlass des Nationalen Gedenktages für die Opfer des Holocaust am 27. Januar lädt der Arbeitskreis „Trier in der NS-Zeit“ der Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF) zu einem neuen Stadtrundgang ein: Nazi-Opfer in Trier-Süd und Trier-Mitte, für die „Stolpersteine“ verlegt wurden, stehen im Mittelpunkt dieser etwas anderen Stadtführung.

Unter dem Motto „Stolpersteine erzählen“ werden die Lebensgeschichten ehemaliger Trierer Bürgerinnen und Bürger vorgestellt. Die Ermordeten waren als Juden, Sinti und Roma, Kommunisten oder Christen Teil der Trierer Gesellschaft und wohnten mitten in der Nachbarschaft.

Der Rundgang führt zu 25 der inzwischen 76 „Stolpersteine“ in Trier. Diese dezentralen Mahnmale werden am letzten Wohnort der Opfer des Naziregimes ebenerdig ins Straßenpflaster gelassen. "Wir wollen, dass TriererInnen nicht vergessen werden, die den Nazis aufgrund des Rassenwahns oder weil sie der Diktatur im Wege standen, deportiert und ermordet wurden. Die ‚Stolpersteine’ sollen zur Wachsamkeit mahnen und zum Engagement gegen heutige braune Anfänge ermutigen“, so Markus Pflüger von der AGF.

Der Rundgang dauert ca. 2 Stunden. Ausgangspunkt ist das Friedens- & Umweltzentrum / Weltladen in der Pfützenstr.1 (und nicht wie in einigen Veröffentlichungen angegeben, Ecke Sichelstraße/ Rindertanzstraße! (u.a. TV v.15.01.)

Die antifaschistische Stadtführung wird vom Programm „Vielfalt tut gut!“ gefördert und wird auf Anfrage für Schulklassen und Gruppen durchgeführt. Der Rundgang richtet sich besonders an SchülerInnen, um die Geschichte der NS-Zeit konkret und anschaulich zu machen und gegenüber heutigem Rechts­extremismus zu immunisieren.


Info AGF: 0651-9941017 oder www.stolpersteine-trier.de

http://www.stattfuehrer.de/stolpersteine_rundgang.html

 


Schalom - Begegnung mit dem Judentum e.V.