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Die jüdische Friedhofskapelle in der Seitzenbach / Oberstein

 

Oberhalb der Reste des jüdischen Friedhofs steht eine kleine, oktonal gebaute Autowerksatt, deren Ursprungsbedeutung kaum jemand kennt.

Im Jahr 1910 hatten die jüdischen Bürger in Oberstein und Idar mit 192 Personen ihren höchsten Anteil an der Bevölkerung seit 1808 erreicht.

1912 stellte der Vorsteher der Synagogengemeinde Oberstein, Max Stern , an das Stadtbauamt den Antrag: „Die Synagogengemeinde hat beschlossen, auf ihrem Friedhof eine Kapelle zu errichten. Ich gebe Ihnen anbei den Bauplan und bitte um Erteilung der Bauerlaubnis.“ Die Bauerlaubnis wurde sehr schnell erteilt, und schon 1914 konnte die Friedhofskapelle eingeweiht werden.

Das Gebäude war ein Oktagon mit einem Stern an der Spitze, einer repräsentativen Freitreppe und einem rechteckigen seitlichen Anbau. In der Decke des Oktagons gab es Wandmalereien. Das Innere der Kapelle bestand aus einem großen Aussegnungs-und Aufenthaltsraum und drei Leichenräumen.

Fast dreißig Jahre nutzten die Obersteiner und Idarer Juden die Friedhofshalle, bis 1941 Heinrich Eppstein, Vorsteher der israelitischen Gemeinde der 1933 zusammengeschlossenen Stadt Idar-Oberstein mitteilen musste, dass die Kapelle, „derart zerstört sei, dass eine Aufbewahrung von Leichen dort nicht mehr möglich“ sei.

Auf die Bitte, die christliche Leichenhalle vorübergehend benutzen zu dürfen, wurde ihm mitgeteilt, „die Juden sind bis zur Beerdigung in den Wohnungen zu belassen“

Nach dem 2. Weltkrieg waren die jüdischen Gemeinden – wenn sie überhaupt noch Mitglieder hatten – so verarmt, dass sie kaum noch exitieren konnten. 

Die Friedhofskapelle in der Seitzenbach wurde über einen Fond mit großen Teilen des alten jüdischen Friedhofs an einen Kohlenhändler verkauft, der sehr bald Briketts darin lagerte und über ehemalige Gräber eine Zufahrt baute. Später wurde sie zur Autowerkstatt.

Seit dem Bestehen des Schalom – Vereins bemühen sich Bürger der Stadt mit Unterstützung der Stadtverwaltung das ehemals sakrale Gebäude zu erwerben, um es zu einer würdigen Nutzung, etwa einer Begegnungs- und Kulturstätte zurückzuführen.

                                                                                  

 

 

 

 


Schalom - Begegnung mit dem Judentum e.V.