logo
HOME
Termine
Aktuelles
Presse
Der Verein
Projekte
Bibliothek
Aktivitäten
Unterstützen Sie uns
Kontakt-Formular
Links/Haftung/Impre.

Neuer Vorstand des Schalomvereines gewählt.

Am 27.06.2013 wurde der neue Vorstand unseres Vereines gewählt, hier das Ergebnis:

 

 

 


Text zu "Volksverführer" Film im Dritten Reich

(hier klicken)


 

Bericht von der Stolpersteinverlegung mit dem Bildhauer und Initiator Gunter Demnig (19. März 2013) - Quelle Nahe-Zeitung vom 20.03.2013

 

Elf weitere Stolpersteine erinnern an jüdische Bürger

Idar-Oberstein - Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat erneut "Stolpersteine" in Idar-Oberstein verlegt. Mit den insgesamt elf Gedenksteinen wird an das Schicksal der Familien Spitzer in Tiefenstein sowie Salomon, Rand und Schneider in Oberstein erinnert. Ebenso wie die jetzigen wurden 2011 auch die ersten Stolpersteine in Idar-Oberstein auf Initiative der Stadt und des Schalom-Vereins.

Die ersten Steine wurden gestern in der Tiefensteiner Straße vor dem Haus 293 ins Pflaster eingelassen, wo vier Gedenksteine an die Familie Dr. Franz Spitzer erinnern. Der 1895 geborene Franz Spitzer ließ sich 1926 nach seinem Medizinstudium in Berlin in dem damals noch eigenständigen Ort nieder, wo er der einzige Arzt war. Seine 1900 geborene Frau Sara bekam 1925 die Tochter Judith und 1931 den Sohn Michael, der allerdings zeit seines Lebens krank war. Als 1933 die Judenverfolgungen begannen emigrierten sich nach Frankreich, wo die Frau einen Bruder hatte. Nach der Besetzung Frankreichs durch die Nazis flohen sie nach Schanghai und kehrten einige Jahre nach Kriegsende in die Schweiz zurück. Die Schalom-Vorsitzende Anne Sinclair las einen eindrucksvollen Brief aus Schanghai aus dem Jahr 1946 vor, in dem die Odyssee der Familie geschildert wird.

Anschließend erfolgte die Verlegung von drei Steinen in der Hauptstraße vor dem Haus 486 zum Gedenken an die Familie Ernst Salomon, an die der Historiker Hans Peter Brandt erinnerte, der Max Salomon, den Sohn von Ernst Salomon und seiner Frau, noch persönlich gekannt hatte. "Max hat sich Oberstein immer sehr wohl gefühlt", berichtete Brandt. "Er ging mit Begeisterung in die Grundschule." Doch damit war es mit dem Beginn der Judenverfolgung vorbei, Max fühlte sich nun ausgestoßen und diskriminiert.

Vor dem Haus 380 in der Hauptstraße wurde an drei Mitglieder der Familie Isaak und Chaja Rand erinnert, die bis 1939 hier gewohnt hatten und nach der Reichspogramnacht im November 1938 nach England emigrierten. "In der Reichspogromnacht haben die SA und Nationalsozialistische Kraftfahrerkorps aus Idar fürchterlich in dem Kurz- und Weißwarengeschäft, das sie betrieben, gewütet", berichtete Anne Sinclair. Nachdem die Familie nach London geflohen war, studierte die Tochter Gerda dort Medizin und wanderte später in die USA aus.

Abschließend wurde ein Stein in der Müllersheckstraße vor dem Haus 2 zum Gedenken an Lili Mina Schneider eingelassen. Die Jüdin führte eine sogenannte "Mischehe" mit Viktor Schneider, den sie vermutlich auf einer Messe in Frankfurt kennengelernt hatte. Schneider betrieb im Keller des Hauses unter anderem eine Galvanik und eine weitere Fabrik im Gebäude der Synagoge hatte. Zunächst war Lili Schneider durch ihren "arischen" Ehemann halbwegs geschützt, aber noch im Februar 1945 bekam sie dann den Befehl zur Deportation nach Theresienstadt, nachdem man ihr schon zuvor bei Bombenangriffen den Zutritt zum Luftschutzkeller verwehrt hatte. Diese Repressalien und die drohende Deportation nach Theresienstadt trieben sie in den Suizid, den sie mit Zyankali aus der Galvanik ihres Mannes vollzog.

 

Weitere Informationen und Bilder: Hier klicken!


Schalom - Begegnung mit dem Judentum e.V.